Invasion der Balladen

Inna singt Ballade

Inna singt Ballade

Ich habe schon immer eine hasserfühlte Liebe zu Balladen. Am besten hören sich Balladen erst dann an wenn man selbst Liebeskummer hat. Hat man aber nicht immer und wenn der Liebeskummer vorbei ist will man die verdammten Balladen überhaupt nicht mehr hören.
Und die hört man dann überall, weil manche sich zu den riesen Hits entwickeln.
So wie zum Beispiel dieser Song von Christina Perry, der gleichzeitig auch ihr Durchbruch war. Diese Aufnahme ist in den legendären Ocean Way Tonstudio gemacht worden.

Als Sängerin läuft man ständig die Gefahr zu viele Balladen im Repertoire zu haben. Als ich viel Jazz gesungen habe, war es einfach schrecklich. Ich singe Balladen sehr gerne, aber irgendwann hat man einfach zu viel davon. Vor allem auf einem Konzert kann man den Zuschauern keine zwei Stunden ausgelesenen Depressionen anbieten.
Vor ein Paar Jahren gab es gefühlt Balladen, die ausschliesslich einem Thema gewidmet waren, nämlich dem Thema der unglücklichen Liebe. Und was machst du wenn du glücklich verliebt bist? Rrrichtig, du gehst tanzen oder ins Bett. Sowohl für das erste als auch für das letzere gibt es natürlich auch recht umfangreiches Repertoire, das sich jeder nach Belieben aus verschieden Genren und Stilen zusammenstellen kann.
Aber auch abgeshen von amourösen Höhen und Tiefen gibt es im Leben viel und in den letzten Jahren hat genau diese Richtung einen massiven Nachschub bekommen.
Ich zähle einfach einige Namen auf: Emelie Sande, Philipp Poisel, Birdy, Tom Odell, dann wiederum Bastille (ohne die komme ich in der letzten Zeit gar nicht aus, sowie nicht ohne Imagine Dragons).
So wie die einige Emelie Sande Songs sind auch Birdy Balladen den verschiedenen Gefühle gewidmet.
Birdys „People help people“, „Wings“ – diese Songs sprechen von der Sensibilität der neuen Generation, kann man das „neue Sensibiltät“ nennen? Na ja, das wäre schon etwas übertrieben, aber es ist auf jeden Fall eine schöne und besondere Art die Verletzlichkeit der menschlichen Seele und Lebens in einem Song aufzufassen.
Emelie Sande wird fast politisch mit ihrem „Read All About“. Oder Ed Sheeran mit seinem ersten Hit „A-Team“ oder aktuellen Song „I See Fire“. Worüber sind diese Songs, es sind keine Songs mehr, es sind kleine emotionellen Filmchen in unseren Köpfen, die in mit dem ersten Ton in Gang gesetzt werden. Ist „I See Fire“ ein Song über die Kriege, die in der Welt statt finden JETZT, die Ed Sheeran gespürt hat? Etwas gespenstisch ist mir schon zumute, wenn ich den Song immer und immer wieder anhöre…
Auch die deutschen Künstler lassen immer mehr von sich sprechen, eine leise Bombe war Philipp Poisel. Ein introventierter, untypisch unstylischer junger Dichter, der zu recht eintönigen Melodien schöne poetischen Texte singt oder fast deklamiert. Ich glaube er hat mehreren Millionen Mädchenherzen geknackt. Meins auch gewiss.
Hier ist eine der durchdringender Poisel Balladen „Ich will nur“

Wird es auch so weiter gehen und sind wir dieser Invasion der Balladen hoffnungsvoll ausgesetzt? Ich furchte – ja und ich freue mich darauf.

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