GRAMMY´s 2014: Best Songs vs. Bad Artists?

Beyonce & Jay-Z at Grammy´sIch blieb wach. Fast die ganze Nacht, ich wollte Grammy´s sehen. Ich habe sie gesehen wenn auch ein Paar Mal nicht so richtig, weil ich eingeschlafen war. Ich habe am nächsten Tag vier Seiten voll geschrieben, aber ich war immer noch nicht für ein Blog bereit. Vieles hat mich begeistert bei der „Biggest and greatest show“ der Musikindustrie, aber einiges auch geärgert. Es war mir fast peinlich. Wer bin ich dann um auf die mit Grammy´s ausgezeichneten Künstler sauer zu sein. Nur eine kleine Sängerin und Bloggerin. Aber dann las ich den „The 2014 Grammy’s: Open Letter from @IndiaArie“.
India Arie findet, dass die schwarze Künstler überrollt wurden und ist empört darüber. Was aber viel spannender ist, das sind die Kommentare dazu. Ich muss gestehen, ich bin auch ziemlich enttäuscht und sogar verärgert. Warum? Alles der Reihe nach.
Grammys 2014 wurden vergeben. Der Abend lief wie immer pompös und heiter, einige Überraschungen haben dafür gesorgt, dass es bis zum Schluss spannend blieb. Host LL Cool J verkündigte stolz, dass wenn auch die Millionen Menschen nichts davon wissen, dass er Musiker ist, es war die Musik, die ihn hierhin katapultierte. „Hm“, dachte ich. Dafür war Musik wohl gut genug, aber dann brauchte man sie auch nicht mehr, weil man jetzt bei Navi CIS:LA ist. Na ja, den Patzer verzeihe ich ihm gerne weil die Eröffnungssätze seines Speech sehr schön waren. Er sprach von der Musik, die alle Menschen verbindet und inspiriert und genau deswegen sind wir alle hier bei Grammy´s.

Grammy Award

Grammy Award (Photo credit: Wikipedia)

Ich atmete tief ein und schaute zu. Beyonce war die erste Performerin. Sie präsentierte ihren neuen Song „Drunk In Love“ von dem megaerfolgreichen neuen Album. Meine Erwartungen waren hoch, ich habe zwar das Video schon gesehen, aber das Video hat mich etwas irritiert weil es so einfallslos war. Tatatata… Live war Beyonce genau so einfallslos. Ich verstehe das nicht! Die größte Musikshow der Welt, die größte Künstlerin, eine unglaubliche Sängerin und atemberaubende Frau, die mit einem berühmten und mächtigen Künstler und Produzent verheiratet ist, die erst vor kurzem ihr erstes Kind bekommen hat… Was bietet sie uns an? Eine recht passable Peep Show?.. Das beste bei der Show ist ihre in der Tat geniale Unterwäsche. Hat sie nichts mehr zu sagen oder mindestens zu tanzen? Sie, die die Tanzwelt schon immer geprägt hat. Ist das alles? Das sie, WENN sie betrunken ist es ganz toll findet, dass ihr Ehemann sie „NA NA“…? Hmm, ich dachte erwachsenen Menschen können über die Liebe, Sex und meinetwegen auch Perversionen sehr schön reden könnten, noch mehr singen und musizieren?!! Oder etwa nicht?!
Meine Meinung teilt auch Hollie McNish aus Mirror, die sich über den schrägen Vergleich von Jay-Z zum Ike Turner empört. Ich empöre mich aber nur über die Inhaltslosigkeit dieser großartigen Künstler. Es ist auch kein Wunder, dass die Pop-Kultur als Antikultur wahrgenommen wird, und die Popmusik, besonders die Mainstream-Musik als Anspruch- und Hirnlose Unterhaltung. Völlig ungerecht finde ich, es wird hart gearbeitet und es sind tolle Musiker, Komponisten, Produzenten  und Songwriter, die in der kommerziellen Popmusik arbeiten, es ist NICHT nur Geschäft, es ist Blood, Sweat & Tears und unendlich viel Arbeit und jawohl viel Geld die darin fliessen. Also jetzt zurück zu dem offenen Brief von India Arie, die sich wiederum auch empört. Sie empört sich über  zu wenig Aufmerksamkeit und zu wenig Preise für die schwarze Künstler bei den Grammy´s 2014 und in den darauf folgenden Kommentaren wird sehr hitzig diskutiert. Zum Beispiel sagt Landa Gherrá folgendes:

„We don’t control Hip-Hop/Rap because we allowed the powers that be to come in and put a dollar sign on the art form and the culture. So instead of taking the art form and doing what it was originally intended to do–and that was uplift poor, urban neighborhoods by providing resources from positive, uplifting messages and fun street beats created by socially conscious artists—it is US that allowed them to not only put a price tag on the art form and the culture, but ultimately distort its message and its original intended purposes.Don’t complain about Macklemore winning in the Rap/Hip Hop category when Black hip-hop artists continue to rap about „my b*tch bad“, „Versace, Versace, Versace“, „bend it over and shake that ass“, „my b*tch look like a bag of money“, the selling of drugs and cocaine, and the glorification of how many diamond chains and big cars they own.If anything is a slap in the face to the Hip-Hop community, it’s not Macklemore beating out Kendrick Lamar. It’s a slap in the face when we, as a culture and as a people continue to perpetuate the negativity and demeaning imagery in the music—and expect THEM that make the decisions to reward us for the coonery and modern day musical minstrel shows.“

Screenshot 2014-01-30 13.46.24Meiner Meinung nach WAR die Performance von Macklemore auf Grammy´s in der Tat ein gesellschaftliches Ereignis und ein würdiges Gegenstück zu dem ach so uninteressanten Auftritt von Beyonce. Mehrere Homo- und Heteropaaren haben zu dem Song „Same Love“ die Ringe ausgetauscht und damit einen wichtigen Zeichen gesetzt. Macklemore ist der Gewinner diesjährigen Grammy´s und zwar sehr verdient. Ich muss gestehen, dass ich ihn das ganze Jahr konsequent übersehen habe. Wie habe ich es nur geschafft? Ich habe alle Songs einzeln bewundert, aber nicht mit EINEM Künstler in Verbindung gebracht. Aber jetzt habe ich mir das Album gekauft und bin der größte Fan geworden. Die Themen, die Beats, die Schnelligkeit des Raps und die Phrasierung sind einmalig. „Thrift Shop“ wurde zu dem besten Hip-Hop Song, aber ich mag „Can´t Hold Us“ mehr und „Same Love“ ist einfach unwiderstehlich. Ein großartiger Künstler, mit eigenen Vision und übrigens einer unglaublichen Biographie.

Aber darüber beim nächsten Mal hier bei mir im Blog…
Ach ja und die Performance von Kendrick Lamar und Imagine Dragons war einfach phänomenal…

Stay tuned!

Eure Inna

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